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19.01.2018
KREATIVWIRTSCHAFT: HERAUSFORDERUNG ZUKUNFT
Der 5. Creative Industries Dialog NRW am 11. Januar 2018
über die Rolle und Bedeutung der Kreativwirtschaft in
einer zukünftig digitalen Gesellschaft

Im Rahmen des 5. Creative Industries Dialog NRW nahmen 110 TeilnehmerInnen und RepräsentantInnen der Kreativwirtschaft am gemeinsamen Dialog zur Zukunft der Kreativwirtschaft im Dortmunder U teil.

Mit allein in Deutschland jährlich 150 Milliarden Euro Umsatz und 1,6 Millionen Erwerbstätigen ist die Kreativwirtschaft ein eigenständiger Wirtschaftsfaktor. Mit ihren Produkten leistet sie einen wesentlichen ökonomischen, kulturellen und auch gesellschaftlich Beitrag. Die Bedeutung der Kreativwirtschaft geht dabei weit über ihre eigene ökonomische Wertschöpfung hinaus, sie ist maßgeblicher Innovationtreiber in andere Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche hinein ganz besoners vor dem Hintergrund digitaler Transformationsprozesse. Die eigene Wertschöpfung zugunsten von Arbeitsplätzen und Wachstum zu sichern und dabei die digitalen Herausforderungen erfolgreich zu gestalten erfordert den Dialog und kollaboratives Handeln aller an diesem Prozess Beteiligten - Inhalte als auch Technologie produzierender Branchen der Kreativwirtschaft, Politik und Gesellschaft.

1
Tag
13
Speaker
110
TeilnehmerInnen
SPEAKER & STATEMENTS
Prof. Dr. Andreas Pinkwart
Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW

"Bereits jetzt setzt die Kreativwirtschaft in Nordrhein-Westfalen Branchen wie Medizintechnik, Gesundheitswirtschaft, Tourismus, E-Commerce oder Maschinenbau auf die digitale Spur. Mit ihren rund 300.000 Beschäftigten ist die nordrhein-westfälische Kreativwirtschaft Jobmotor und Zukunftsbranche unseres Landes. Viele Ideen, Projekte und Geschäftsmodelle entwickeln Kreative in Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die Kreativwirtschaft lebt den Wissenstransfer und leistet dadurch einen entscheidenden Beitrag für Wachstum und Innovationen."
Prof. Dieter Gorny
Geschäftsführer des european centre for creative economy

"Die Kreativwirtschaft ist in ihrer Vielfalt keine 'entweder… oder'-, sondern eine 'sowohl … als auch'-Branche, die aus der wechselseitigen Bedingtheit nur scheinbarer Gegensätze ihre gesellschaftliche, ökonomische und technologische Kraft schöpft.
Deshalb bietet die Kreativwirtschaft auch enorme Potenziale. Sie ist – bedingt durch ihre hohe technologische Affinität und ihre in diesem Zusammenhang stehenden Innovationen und Produkte – direkter Treiber wesentlicher gesellschaftlicher, technologischer und ökonomischer Veränderungen, die weit über ihre spezifischen Teilmärkte hinausreichen."

Dr. Christian Ehler, MdEP
Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie / Co-Vorsitzender, Interfraktionelle Arbeitsgruppe Kreativwirtschaft


"Innovation war immer eine Mischung zwischen Rahmenbedingungen, die Gesellschaft und Entrepreneurship setzt. Und diese Rahmenbedingungen, wenn man die Zahlen, die Bedeutung und das Wachstum sieht, haben gesellschaftlich nicht die Wertschätzung, die sie brauchen - die Politik hat es nicht geschafft, zu betonen, das dies wichtig ist. Sie versucht, das Thema in das Reservat der Kulturpolitik zu drängen. Ich glaube, wenn wir über Europa reden, ist der unique selling point Europas die Verbindung aus Digitalisierung, Innovation, demokratischer und unternehmerischer Freiheiten, und die Hefe ist der weite und diffuse Bereich der europäischen Kreativwirtschaft."
Prof. Dr. Kai Vöckler
Stadtforscher & Publizist, Stiftungsprofessor Kreativität im urbanen Kontext, HfG Offenbach


"Die Teilmärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft sind sehr heterogen. Ebenso diversifiziert wie die Produkte und Dienste der Kultur- und Kreativwirtschaft sind auch die Innovationsaktivitäten entlang der Wertschöpfungskette. […] Ihre hohe Kooperationsbereitschaft und eben auch regionale Vernetzung sind Erfolgsfaktoren für Innovationen der Kultur- und Kreativwirtschaft, und, natürlich, räumliche Nähe stimuliert den Wissensaustausch. Wissen ist an Personen gebunden und wird in spezifischen Kontexten, Konstellationen, Netzwerken ausgetauscht, wobei die räumliche Bezugsgröße nach dem, was wir wissen, die Region ist."
Thomas Bachem
Stellv. Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Deutsche Startups


"Wir müssen eigentlich die Menschlichkeit, also das, was uns Menschen so stark macht, dieses Miteinander, das Kreative, das Kommunikative, das müssen wir jetzt trainieren, denn alles andere wird auf absehbare Zeit automatisiert und manche sagen sogar von der künstlichen Intelligenz abgelöst. Und das, glaube ich, trainieren wir in unserem heutigen Bildungssystem sehr schlecht. Es zielt in vielerlei Hinsicht immer noch sehr stark auf Wissensvermittlung und Wissensabspeicherung ab und das klappt nachweislich in vielen Fällen nicht besonders gut, denn wenn die Klausur geschrieben wurde und ein bisschen Zeit verstrichen ist, dann sind die meisten Inhalte wieder weg."
Matthias Hornschuh
Komponist & Aktivist



"Kreativität oder auch kreativ sein hatte irgendwann mal etwas mit Schöpfung zu tun. Nicht das wir das vergessen, denn heute ist jeder kreativ, der mit einer PowerPoint-App umgehen kann. Aber das reicht nicht. Irgendwann hatte all das mal etwas mit Schöpfen zu tun, mit Herstellen und Gestalten, das ist nämlich das Schöpfende. Da sind wir uns als Kollegen einig, dass es dafür Qualifikationen gibt, das müssen aber nicht Hochschulqualifikationen sein, das können auch menschliche Qualifikationen sein, etwas erlebt haben und darüber berichten können.“
Prof. Christian Höppner
Präsident des Deutschen Kulturrats & Generalsekretär des Deutschen Musikrats

"Die Kunst um ihrer Kunst willen zu fördern, also zweckfrei zu sein, das ist etwas, was momentan als naiv belächelt wird. (…) Ich werbe für diese naive Kreativität. Denn wir brauchen wieder mehr naive Gedanken und Illusionen, die sind gar nicht naiv, sondern sie sind sehr wirklichkeitsgetreu. Und dieses Verhältnis, Kultur und Wirtschaft als getrennte Galaxien zu betrachten, entspricht einfach nicht der Realität. Was ich mir wünschen würde, wäre seitens der Wirtschaft weniger Verzweckung, bei aller Berechtigung, wenn ich jetzt an Sponsorentum etc. denke. Ich wünsche mir wieder mehr die Kultur des Mäzenatentums."
Charles Landry
Städteforscher & Publizist

"Jede Großstadt, jeder Ort, den wir besonders schätzen, wirkt besonders stark durch eine lebendige Kultur. Das kulturelle Leben und Schaffen prägt das Leben in der Gesellschaft. [...] Entscheidend ist, dass die Branche nicht nur wirtschaftlichen Mehrwert und Arbeitsplätze schafft, sondern zur gesamtwirtschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen
Entwicklung beiträgt. Hinter der Musik stehen Ton
und Schwingung, hinter der Malerei die Visualisierung, hinter dem Film bewegte Bilder."
Birgit Reuß
Leiterin des Berliner Büros des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels

"Der Buchbranche geht es aus meiner Sicht nach wie vor gut und mit der Digitalisierung z.T. eben auch noch besser, weil das etwas Innovatives für alle ist, was man annehmen und wo man Wandel gestalten kann, und das macht die Buchbranche. [...] Alle Unternehmen, die bei uns Mitglied sind, haben sich diesem Wandel eben nicht verschlossen, sondern angefangen, sich sehr früh damit auseinanderzusetzen und Wege gesucht, wie sie damit am besten umgehen."

Raimond Goebel

Geschäftsführender Vorstand des Film- und Medienverbandes NRW

„Europa hat, was die Möglichkeiten angeht, […] ein riesiges Kreativpotenzial, das sich verbirgt, und ich glaube, gerade diese Heterogenität ist die Qualität, die Europa auszeichnet, dass dort sehr viele Sachen an verschiedenen Orten gedacht werden, die nicht von vornherein einer europäischen Auswertung gedeihen oder angedacht werden sollen. Ich glaube, das Entscheidende ist im Augenblick, dass wir diesen Spagat schaffen, die ökonomischen Bedingungen für die Kreativen, die Hersteller, die Verwerter usw. nicht zu beschädigen und gleichzeitig die Vorteile, die eine europäische Lösung beinhaltet, positiv anzunehmen.“

Egbert Rühl
Geschäftsführer der Hamburg Kreativ Gesellschaft mbH

"Die Kreativwirtschaft steht natürlich vor einer erheblichen Herausforderung, ihre Geschäftsmodelle ins Digitale zu transferieren. Auch da müssen wir Angebote schaffen, der Kreativwirtschaft dabei zu helfen, weil sonst kann sie diese Aufgaben nicht erfüllen. […] Der Kern von Kreativwirtschaft, wenn man es komprimiert, ist die Produktion und die Verteilung von Inhalten. Wenn diese Inhalte einmal digitalisiert sind, dann können sie verlustfrei unendlich verwertet werden und vervielfacht werden. Diejenigen, die diese Inhalte produziert haben, profitieren in der Regel nicht von der unendlichen Vervielfältigbarkeit und Verbreitbarkeit. Geschäftsmodelle im Digitalen für die Inhalte-Produzenten zu schaffen, ist eine Riesenherausforderung."
Michael Söndermann
Gründer & Direktor des Büros für Kulturwirtschaftsforschung

"Die Kreativwirtschaft kann längst mit den großen
klassischen Wirtschaftszweigen mithalten, was die ökonomische Wertschöpfung betrifft. [...] Zahlreiche Forschungslücken werden sichtbar, will man wissenschaftliche Befunde zu Schlüsselthemen der Kreativwirtschaft nutzen, ob zu Digitalisierung, Innovation, Spillover, Arbeitsmarkt, Cloud und Crowd, künstlerischer Produktion, wirtschaftlicher und beruflicher Qualifizierung, Internationalisierung oder vielem mehr."





MODERATOR
Michael Köhler, Journalist & Autor
KONFERENZ



Anlässlich des 5. Creative Industries Dialog NRW veröffentlichte ecce die Publikation Kreativwirtschaft: Herausforderung Zukunft
ABOUT
Die Kreativwirtschaft...

...leistet einen wesentlichen ökonomischen Beitrag – ihre Ideen und Innovationspotenziale sind Impulsgeber und Motor für die Zukunft unserer Wirtschaft. Sowohl aktuelle gesellschaftliche Debatten als auch Zukunftsthemen werden in der Kreativwirtschaft verhandelt, zugleich erleben Kreativunternehmen starke strukturelle Veränderungen ihrer ökonomischen Rahmenbedingungen. Der digitale Wandel revolutioniert die Märkte, neue Trends und Technologien fordern einerseits Veränderungen, schaffen andererseits aber auch neue Möglichkeiten, die drängende Fragen aufwerfen: Wie sichern oder bauen wir die Erfolge der Kreativwirtschaft aus? Wie geht die Kreativwirtschaft mit den Konsequenzen der Digitalisierung um? Was braucht sie um zukunftsfähig zu agieren? Welche Innovationspotenziale können hierfür wegweisend sein und auch zu Spillover-Effekten in andere Wirtschaftsbranchen führen? All diese Fragen, aber auch Grundlegendes, wie der Umgang mit dem Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Kreativität, brauchen einen interdisziplinären Diskurs, eine Plattform. Die Zukunft der Kreativwirtschaft mit all ihrer Vielschichtigkeit, ihren Potenzialen und Herausforderungen steht daher im Fokus des Creative Industries Dialog NRW.

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